Angeln in Oregon Teil 2

Um Angeln zu dürfen ist es in Oregon erforderlich, eine Angellizenz zu erwerben. Es ist empfehlenswert, sich eine Jahreskarte zum Preis von 65 US Dollar im Angelfachgeschäft zu kaufen. In der Lizenz ist in der Regel auch das Angeln auf Lachs eingeschlossen. Die kompletten Angelpapiere sind generell beim Angeln mitzuführen. Eine Kontrolle durch die Bundespolizei bzw. den örtlichen Sheriff oder die Fischereibehörden ist jederzeit möglich und es ist nahezu sicher, daß man kontrolliert wird. Verstöße gegen bestehende Vorschriften wie z.B. Verbot für die Benutzung lebender Köderfische, Mißachtung von Schonzeiten / Fangbegrenzungen oder das ?vergessen der Angelpapiere? ziehen empfindliche Strafen nach sich und werden konsequent geahndet. In der Regel darf mit der Angellizenz im gesamten Bundesstaat gefischt werden. Da jedoch die Vorschriften in den einzelnen Distrikten nicht identisch sein müßen, sollte man sich vor dem Angeln genau über Fangbegrenzungen, gesperrte Gewässerabschnitte etc. informieren und die Regelungen konsequent beachten.

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Der Willamette ist einer der interessantesten Flüsse für den Angler. Neben großen Steelheads (bis 15 Pfund) und Chinook - Lachsen (bis 50 Pfund) leben in diesem Fluß riesige Störe (bis 3 m Länge), Zander, Schwarzbarsche und Welse. Alle Störe ab 1,50 m Länge sind streng geschützt und dürfen auf keinen Fall mitgenommen werden. Das Lachs-/Forellenngeln ist Montag, Mittwoch und Freitag gestattet. Bei Erreichung einer vorgegebenen Fangquote wird das Angeln auf Lachse vorübergehend untersagt. Die Fangbegrenzung für Lachse (1 Stück pro Tag - Stand 04 / 2000 -) bzw. Forellen (2 Stück pro Tag- Stand 04 / 2000 -) sind unbedingt zu beachten. Es erfolgt ein regelmäßiger Besatz mit Lachsen und Forellen durch die Fischereibehörden. Alle Besatzfische sind durch die fehlende Fettflosse erkennbar. Seitens der Fischereibehörde kann entschieden werden, daß bei Salmoniden nur Besatzfische entnommen werden dürfen und Wildformen zurückgesetzt werden müssen (jeder Angler sollte sich unbedingt vor Ort über die zur Zeit geltenden Regelungen informieren).

Im Rahmen unseres Probefischens wurden ausschließlich Schwarzbarsche erbeutet (insgesamt 8 Fische mit einem Stückgewicht von ca. 2 - 3 Pfund). Als Köder verwendeten wir Gummitwister. Das Angeln auf Lachs war leider nicht von Erfolg gekrönt. Sicherlich war dafür ein Grund, daß der Fluß wenig Wasser führte und die Fische deswegen nicht in der sonst üblichen Stückzahl vorhanden waren. Unabhängig von unserem Mißerfolg war alleine die Teilnahme ein Erlebnis. Ca. 100 Boote auf dem Wasser und ca. 100 Angler am Ufer versuchten ihr Glück und hatten auch teilweise Erfolg. Wir schätzen, daß der schwerste Lachs ca. 30 Pfund auf die Waage brachte und den Drill der Fische zu beobachten war sehr interessant. Chinook Lachse sind für spannende Drills bekannt. Nur mit schwerstem Gerät (Bootsrute mit Multirolle) ist ein Chinook zu bändigen. Als Bissanzeiger werden Glocken verwendet und der Biss selbst kommt knallhart. Sofort nach dem Anbiss zieht der Lachs mit Urgewalt los und stellt sich gegen die Strömung. Wer vergessen hat, seine Bremse richtig einzustellen verliert unter Umständen sein Angelgerät. Als Köder verwendet man Krebse, die an einem ca. 1,50 m langen Vorfach mit Perlen und ggf. Spinnern garniert angeboten werden. Es wird ein Rundblei (wegen der Steine) von ca. 250 Gramm verwendet, um den Köder anzubieten. Zusätzlich ist ein Korkstück montiert, damit der Köder ca. 1 m über Grund schwebt.



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Der Fischbestand ist gigantisch. Neben Forellen, Schwarzbarschen und Welsen fängt man auch unsere heimische Barschart. Chinook- und Silberlachse durchwandern den See auf ihrem Weg in die Laichgründe. Bei Warren & Ulla Stafford im Fishcamp Westlake Resort bezogen wir unser Quartier und wurden herzlich empfangen. Die Zimmer vor Ort sind für Angler bestens eingerichtet. Insgesamt stehen 8 geräumige Wohneinheiten zur Verfügung. Unsere Wohnung besaß 2 Zimmer mit jeweils einem Doppelbett, ein Bad und eine voll ausgestattete Küche. Die Wohnungen liegen direkt am See und eigene Boote stehen ebenfalls in ausreichender Zahl zur Verfügung (Mietpreis ca. 40 US Dollar pro Tag und Boot). Auf dem Bootsdock befindet sich ein geräumiger Filetiertisch, den wir im Laufe unseres Aufenthaltes gerne häufig benutzen wollten. Für den ersten Tag hatten wir uns ein Boot gemietet und pünktlich startete unsere ersten Ausfahrt. Ca. 3 Stunden dauerte unser Versuch um mit Blinkern bzw. Naturködern eine Forelle zu erwischen. An allen möglichen Stellen gingen wir vor Anker, leider ohne Erfolg. Am Bootsanleger erwartete uns schon meine Familie mit großem Hallo und schallendem Gelächter. Sofort wurde uns berichtet, daß wieder einmal der Satz galt ?warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute ist so nah?. Direkt am Bootssteg stand ein riesiger Schwarm von Forellen. Erst glaubten wir an einen schlechten Scherz aber die anwesenden Angler überzeugten uns durch ihre Fangquoten schnell, daß die Forellen direkt vor unserer Haustür standen. Innerhalb kürzester Zeit hatten wir unser Tageslimit (5 Forellen pro Angler) gefangen. Der Schwarm mußte riesig sein, die Bisse kamen Schlag auf Schlag. An diesem Tag fing jeder Angler - egal mit welchem Köder - seine Forellen. Selbstverständlich hatte es sich auch bei den Fischereiaufsehern herumgesprochen, daß die Forellen da sind und innerhalb kürzester Zeit wurden alle Angler kontrolliert. Schade, daß manche Angler nicht zählen können und wer mehr als 5 Fische gefangen hatte wurde mit einem Ticket des Sheriffs in Höhe von 100 US Dollar pro Forelle über dem Limit belohnt. Da hätte der ein oder andere sich besser seine Fische gekauft.



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