Angeln im Altmühltal

m August letzten Jahres fuhren wir ins Altmühltal zum Fahrradfahren und Angeln. Wir waren schon ein paar Tage da und hatten auch einige verschiedene Fische gefangen (u.a. ein paar Barsche, zwei große Spiegelkarpfen, einige Brassen und Rotfedern) als mir eines Abends ein wunderschöner Aal ins Netz ging. Er glänzte in der Dunkelheit wie pures Silber. Ich hatte schon einige Aale in meinem Anglerleben gefangen, aber so einen hatte ich noch nie gesehen.

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Aal


Nachdem ich den Aal in der Kühlbox untergebracht hatte, bestückte ich meine Rute erneut mit Tauwurmbündel und warf sie aus. Etwa 45 Minuten später hatte ich erneut eine Meldung. Ich schlug an und während ich drillte, überlegte ich, was ich wohl für einen Fisch am Haken haben könnte. Zuerst glaubte ich an einen weiteren Aal, denn der Fisch wand sich sehr und ergriff immer wieder die Flucht. Es fand ein regelrechter Kampf zwischen uns beiden statt, den ich auf keinen Fall verlieren wollte. Für einen Aal war der Fisch mir einfach zu stark, aber was sonst konnte es sein ? Sollte etwa ein Karpfen auf Tauwurmbündel gebissen haben? Unmöglich! Endlich hatte ich ihn in der Nähe des Ufers und bat meine Frau mir den Kescher zu reichen. Ich traute meinen Augen nicht, als ich sah, was sich tatsächlich im Kescher befand: ein Wels! Niemals zuvor hatte ich einen Wels gefangen. Er hatte eine Länge von 75 cm, das Mindesmaß für bayrische Fische. Als er mich mit seinen Kulleraugen und Barteln anschaute, hätte ich ihn am liebsten wieder ins Wasser gesetzt, aber meine Frau meinte, dass wir ihn mitnehmen sollten. Sie selber war so aufgeregt und voller Freude, dass sie es an diesem Abend nicht schaffte, ein Foto von mir und dem Wels zu machen. .



Altmuehl


Mit einem Wels haben wir im Main-Donau-Kanal bereits Erfahrungen gesammelt. Schon eine Woche vor diesem Erlebnis muß meine Frau einen am Haken gehabt haben. Als ihre Grundrute sich meldete und sie zu drillen anfing, fragte ich, ob sie etwas dran hätte. Ja, aber es ist so schwer. Das ist sicher ein Hänger, meinte sie. Das spürt man doch, antwortete ich. Kann sein, aber ich weiß nicht, was es sein kann. Es ist furchtbart anstrengend die Schnur einzuholen, sagte sie zu mir. Nachdem sie etwa eine Viertelstunde gedrillt hatte bat sie mich um Hilfe. Ihr Arm und ihre Schulter schmerzten schon, so daß ich sie abzulöste. Ich war mir sicher, dass da ein großer Fisch dran war und drillte selber noch eine ganze Weile weiter, bis plötzlich die Rute nachgab. Das Vorfach war abgerissen und der geheimnisvolle Fisch war weg! Ich bin heute noch davon überzeugt, daß es ebenfalls ein Wels war. Nur muß er doppelt so groß gewesen sein wie der, den ich ein paar Tage später im Altmühltal landete.

Viele Grüße Euer Achim Kluck